Geschichte

Eine gute Geschichte hat kein Ende. Hoch und Tiefs, aber auch Disziplin und steter familiärer Führungsstil verliehen dem Unternehmen seine charakteristischen Züge in den letzten 150 Jahren.

Anfänge

Paul Friedrich Gaupp und Max Zeller eröffneten 1864 in Romanshorn die erste Zeller-Apotheke. Die Zweite folgte vier Jahre später in Amriswil und verfügte über ein Zimmer für „Geheimmittelproduktion“, da schon damals Max Zeller eigene Produkte herstellte. Neben dem Verkaufsangebot an Arzneien, standen auch diverse andere Artikel in den Apotheken zum Verkauf bereit: Gummi zum Strohhutwaschen, Zahnwatte, Schokolade, Liköre sowie frische Blutegel. Für die Herstellung kaufte Max Zeller Pflanzen von Bauern. Für „Theeblümchen“ ohne Stiel oder Lindenblüten wurden pro Pfund 15 Rappen vergütet. 1911 eröffnete Max Zeller in Neukirch an der Strasse von Amriswil nach Arbon seine dritte Filiale.

Zellerbalsam

Bereits kurz nach Aufnahme seiner Tätigkeit in den Apotheken konnten Kunden englischen Wunderbalsam kaufen. Dieser wurde nach traditioneller Klosterrezeptur hergestellt. Max Zeller verbesserte die Rezeptur unter der Verwendung eines neuen Extraktionsverfahrens, mit welchem die Wirkstoffe besser erhalten blieben. So wurde der englische Wunderbalsam zum bekannten Zeller Balsam. Besonders das Interesse aus dem Ausland untermalte den raschen Erfolg des Zellerbalsams, sodass bald Werbeschriften in 14 Sprachen vorhanden waren. Die Apotheken wurden immer mehr zu Versandapotheken und der Verkauf des Zeller-Balsams erreichte 1953 erstmals die Millionengrenze.

Aufschwung

Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts traten die Söhne in die Fussstapfen von Max Zeller und das Unternehmen wurde zur Kollektivgesellschaft Max Zeller Söhne. Der wachsende Erfolg hatte zur Folge, dass die bestehenden Apotheken aus- und umgebaut wurden. Künftig wurden Heilpflanzen nicht mehr nur aus der Schweiz, sondern auch aus Afrika und Indien bezogen. Der Erwerb des Fabrikgebäudes 1920 deutete auf den Beginn der industriellen Herstellung pflanzlicher Arzneimittel hin. Die Folgen des zweiten Weltkrieges hinterliessen beträchtlichen Nachholbedarf, daher galt es, den Betrieb zu sanieren und modernisieren.  1949 kam das erste Fliessband in Betrieb, die Firma meldete eine dreifach höhere Produktionszahl als 10 Jahre zuvor und durfte 70 Mitarbeiter zählen. 1953 fand die Umwandlung von der Kollektiv- in die Aktiengesellschaft Max Zeller Söhne AG statt.

 

Reorientierung

1977 wurde die Fabrik durch ein Laborgebäude für Forschung und Entwicklung sowie Qualitätskontrolle ergänzt.

Es war klar, dass ein nur auf den Schweizer Markt ausgerichtetes pharmazeutisches Unternehmen zu klein ist, um die ständig wichtiger werdende Forschung und Entwicklung und die dazu erforderliche Technologie finanzieren zu können.  1985 führten diese Umstände zur Zusammenarbeit mit Ciba-Geigy (heute Novartis). Durch die intensive Zusammenarbeit konnten Forschung und Entwicklung sowie Qualitätskontrolle in neuen Dimensionen betrieben werden. Dazu gehörte auch die Zusammenarbeit mit Hochschulen wie der ETH Zürich, Universität Basel und Bern. 1990 wurden 15% des Gesamtumsatzes für Forschung und Entwicklung eingesetzt. Durch eine verbesserte klinische Forschung konnte mit interessierten Firmen auf neuer wissenschaftlicher Basis verhandelt werden.

Expansion

1996 wurde die Zeller Medical AG gegründet mit dem Ziel, ausgewählte Produkte direkt bei den Ärzten zu bewerben. Zeller-Produkte sollten eine kostengünstige therapeutische Alternative für den Patienten sein, da diese durch die Krankenkassen gedeckt werden. Mit Zeller Medical wurde der Grundstein für evidenzbasierte Phytotherapie gelegt und ein zusätzlicher Absatzmarkt erschlossen.

In den 1990er Jahren wurden Zeller Produkte erstmals auch in Übersee angeboten. In der Firmenentwicklung gilt der europaweite Verkauf von Remotiv als Meilenstein. Mit der Einführung von Ivel-Schlaf—Dragées in Mexiko 1996 fasste Zeller erstmals Fuss in Amerika und konnte später in Chile und Argentinien neue Märkte erschliessen.  Anfang der 2000er Jahre erlitt Zeller einen Markteinbruch für Johanniskraut, da bei verschiedenen Johanniskrautprodukten Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten festgestellt wurden.  Das beharrliche Forschen auf diesem Gebiet führte erfreulicherweise zu einer Erholung der Johanniskrautprodukte von Zeller.

Wertschöpfungskette

Mit dem wachsenden Erfolg von Zeller war der Bedarf an Rohmaterial enorm geworden und konnte nicht mehr von bäuerlichen Sammlern gedeckt werden. Die Gewinnung der Pflanzen konnte nicht mehr dem Zufall überlassen werden. Die Lösung: ein kontrollierter Anbau in grossem Massstab, in genau analysierten Böden, in den verschiedensten Ländern, um möglichen Klimakatastrophen, Dürre oder zu starken Regenfällen auszuweichen. Daher lieferte Zeller den Bauern Saatgut und kontrollierte den grossflächigen Anbau, legte also einen Qualitätsstandard fest.

Diese Kontrolle wurde 2008 durch die Übernahme der Aktienmehrheit der VitaPlant  weiter erleichtert. Heute sorgt die Zeller VitaPlant für den idealen Anbau der Pflanzen und forscht stets nach optimalen Bedingungen für das effizienteste Wachstum der Arzneipflanzen. Damit gewährleistet Zeller die Kontrolle der gesamten Wertschöpfungskette.